Welche Verbindung besteht zwischen Arthrose und dem Meniskus?

June 05, 2019



Ah, die Jugend ... wir fühlen uns, als könnten wir für immer einfach unsere Flügel ausbreiten ... wir fühlen uns unbesiegbar! Und doch spricht unser Körper manchmal eine andere Sprache. Gelenke können aufgrund mangelnder Verwendung versteifen oder Schmerzen entwickeln. Wenn Sie an Gonarthrose leiden, kennen Sie wahrscheinlich die verschiedenen Symptome der Erkrankung, einschließlich plötzlicher Schwäche oder Schmerzen. Es kann zu stärkeren Schmerzen kommen, wenn Sie zusätzlich eine möglicherweise schwere Knorpelverletzung erleiden – wie z. B. einen Meniskusriss, der Knorpel im Knie, der den Zwischenraum zwischen Schienbein und Oberschenkelknochen auskleidet und stabilisiert. 

Interessanterweise kann ein gerissener Meniskus auch den Knorpelschwund bei Menschen mit bereits bestehender Gonarthrose beschleunigen. Das Wissen, ob eine Meniskusverletzung vorliegt oder nicht, kann also ein wichtiger Faktor sein, wenn es um die Behandlung von Gonarthroseschmerzen geht.

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Viele Dinge können zu einem Meniskusriss führen – ob Sie nun ein anspruchsvolles Tennismatch spielen oder einfach nur von der Couch aufstehen. Mit einem Meniskusriss befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Ein Meniskusriss gehört zu den am häufigsten auftretenden und behandelten Verletzungen im Kniegelenk. Meniskusverletzungen treten tendenziell vor allem in zwei Personengruppen auf: einerseits bei jungen Menschen, die sich die Verletzung beim Sport zuziehen, und andererseits bei älteren Menschen, die zudem das größte Risiko für die Entwicklung einer Gonarthrose haben.  

So funktioniert der Meniskus

Der Meniskus ist ein Stück Knorpel, dessen Form manchmal als Keil oder Halbmond bezeichnet wird. Es befindet sich zwischen den lastübertragenden Gelenkflächen des Oberschenkelknochens (Femur) und des Schienbeins (Tibia) und ist normalerweise am Rand des Kniegelenks angewachsen. 

Im Kniegelenk befinden sich stets zwei Menisken: der Außenmeniskus und den Innenmeniskus. Der Meniskus fungiert außerdem als Stoßdämpfer beim Gehen und trägt zur Gewichtsbelastbarkeit bei, indem sie die Belastung gleichmäßig auf das Knie verteilt. Laut WebMD sorgt der Meniskus für eine „gleichmäßige Belastung der Oberfläche beim Tragen von Gewicht und hilft zudem dabei, Gelenkflüssigkeit für das Schmieren des Gelenks zu verteilen."  

Eine Meniskusverletzung kann jeden treffen: einen jugendlichen Fußballspieler, der dem Ball hinterherstürzt, einen 40-Jährigen, der sich plötzlich verdreht, um diesen scheinbar unmöglichen Basketballwurf knapp außerhalb der Zone zu schaffen, oder einen 60-Jährigen, der beim Taekwondo eine zu tiefe Kniebeuge macht. Das Risiko eines Meniskusrisses besteht bei Sportlern jeden Alters. Allerdings sind manche Athleten wie Fußballspieler, was in dieser Studie erkannt wurde, mit zunehmendem Alter einem höheren Risiko ausgesetzt.

Symptome bei Meniskusverletzungen

Bei einem Meniskusriss sind folgende Symptome möglich:

  • Schmerzen (insbesondere beim Verdrehen des Gelenks)
  • Ein knallendes Gefühl bei bestimmten Bewegungen
  • Schwellung und Steifheit im Kniegelenk
  • Schwierigkeiten bei der Bewegung und der Mobilität des Knies
  • Schwierigkeiten, das Knie vollständig zu strecken sowie das Bein zu strecken

Meniskusverletzungen können ein Hinweis auf zukünftige Gonarthrose sein

So wie eine Erkältung Ihr Immunsystem für andere Angriffe anfällig machen kann, wirkt sich ein Meniskusriss auf die Zukunft Ihres Knies aus, insbesondere in Form der Entwicklung einer Gonarthrose. Ein Meniskusriss beeinträchtigt die Tragfähigkeit des Knies, sodass die anderen Bänder und Sehnen kompensieren müssen, wodurch das Kniegelenk zusätzlich belastet wird. Während sich Schienbein und Oberschenkelknochen typischerweise reibungslos gegeneinanderbewegen können, stört ein Riss im Meniskus diesen Bewegungsablauf, da die Enden beider Knochen miteinander in Kontakt kommen und aneinander reiben. Beide Abläufe tragen nachweislich zur Entwicklung einer Arthrose bei.

Experten sind der Meinung, dass eine degenerative Läsion des Meniskus, die im MRT sichtbar ist, auf eine frühe Gonarthrose hindeutet. Sichtbare Meniskusrisse und -extrusionen scheinen mit dem Fortschreiten einer symptomatischen Gonarthrose assoziiert zu sein. Am stärksten gefährdet sind vermutlich Sportler und andere Menschen, deren Gelenke einer erheblichen Verschleißentwicklung ausgesetzt sind. In einer Studie aus dem Jahr 2017 haben Forscher festgestellt, dass sowohl Profi- als auch Nichtprofi-Fußballer, Profi-Langstreckenläufer, Wettkampfgewichtheber und Wrestler eine erhöhte Gonarthrose-Prävalenz aufwiesen.

Klinische Forscher haben sogar einen durchschnittlichen Zeitrahmen von der ersten Meniskusverletzung einer Person bis zur Entwicklung einer Gonarthrose ermittelt. In einer Studie mit mehr als 1.000 Patienten wurde festgestellt, dass Menschen, die zwischen dem 17. und dem 30. Lebensjahr eine Meniskusverletzung erlitten hatten, im Durchschnitt 15 Jahre nach ihrer ursprünglichen Verletzung radiologisch nachweisbare Anzeichen einer Gonarthrose aufwiesen. Menschen, die jedoch erst nach dem 30. Lebensjahr einen Meniskusriss oder eine Meniskusverletzung erlitten hatten, wiesen bereits innerhalb von 5 Jahren radiologisch nachweisbare Anzeichen einer Gonarthrose.

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Auch Menschen mit Gonarthrose haben ein gewisses Risiko für Meniskusverletzungen 

Meniskusrisse können auch aufgrund einer Degeneration des Knorpels entstehen. Dieser Prozess kommt bei Gonarthrose häufig vor. Untersuchungen von schwedischen Medizinern haben ergeben, dass „eine degenerative Meniskusläsion häufig mit einer Gonarthrose im Frühstadium einhergeht, einer Erkrankung, an der auch das Meniskusgewebe beteiligt ist. Der Riss kann somit das erste Anzeichen sein, das auf eine Gonarthrose hinweist." 

In einer Studie mit 41 Teilnehmerinnen über 40, bei denen Gonarthrose diagnostiziert worden war, stellten die Forscher fest, dass 73 % auch einen Meniskusriss aufwiesen. Und Forscher des Arthritis Center am University Medical Center in Boston fanden heraus, dass bis zu 91 % der Patienten mit symptomatischer Gonarthrose auch im MRT nachweisbare Anzeichen eines Meniskusrisses aufwiesen.

Bedeutet ein Meniskusriss für Gonarthrose-Patienten stärkere Schmerzen? Die Forschung hat diesbezüglich unterschiedliche Ergebnisse gebracht: Einige Studien haben gezeigt, dass Patienten, die sowohl einen Meniskusriss als auch symptomatische Gonarthrose hatten, unter ähnlichen Schmerzen litten wie Patienten mit Gonarthrose ohne Meniskusriss. 

In der MeTeOR-Studie (Meniscal Tear in Osteoarthritis Research, Meniskusrisse in der Gonarthroseforschung) wurde festgestellt, dass viele Menschen, die sowohl von Gonarthrose als auch von einem Meniskusriss betroffen waren, zu Beginn ihrer Erkrankung möglicherweise eine physiotherapeutische Behandlung für besser halten, als sich sofort für eine Meniskusreparatur im Rahmen eines arthroskopischen Eingriffs zu entscheiden. Diese Erkenntnisse sind besonders vielversprechend, denn einige Forscher haben herausgefunden, dass der chirurgische Eingriff – bekannt als arthroskopische partielle Meniskektomie – die Entwicklung von Gonarthrose tatsächlich noch beschleunigen kann.

Die Forscher einer Studie aus dem Jahr 2017 stellten zudem fest, dass für Menschen, die bereits unter Gonarthrose litten, eine partielle Meniskektomie mit einem höheren Risiko für eine Verschlechterung der Knorpelschäden assoziiert war. Eine Studie aus den Niederlanden, an der fast 5.000 Patienten teilnahmen, kam zu dem alarmierenden Ergebnis, dass bei Gonarthrose-Patienten „ein arthroskopischer Knieeingriff mit Meniskektomie mit einem dreifach höheren Risiko für künftige Kniegelenksersatzoperationen assoziiert war".

Schließlich ergab eine Studie mit Patienten, die sowohl einen symptomatischen Meniskusriss als auch Gonarthrose hatten, dass, was die Verringerung der Knieschmerzen, die Verbesserung der Kniefunktion und die Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität für Gonarthrose-Patienten anbelangt, der arthroskopische Eingriff mit anschließenden kontrollierten Übungen keine besseren Ergebnisse brachte als die kontrollierten Übungen allein. 

Brauchen Sie Klarheit? Machen Sie sich bereit.

Unabhängig davon, ob Sie vor der Wahl eines chirurgischen Eingriffs zur Behandlung eines Meniskusproblems stehen oder nicht, wenn Sie zu den Tausenden von Patienten gehören, die nach Möglichkeiten zur Linderung ihrer Gonarthroseschmerzen suchen, sollten Sie eine Entlastungsorthese in Betracht ziehen. Die Unloader One®-Orthese von Össur zum Beispiel sorgt für eine klinisch nachweisbare Verringerung der Schmerzen bei unikompartimenteller Gonarthrose ohne systemische Nebenwirkungen. Patienten, die diese Orthese tragen, berichteten zudem über eine Reduzierung ihrer Schmerzmittel. Fragen Sie Ihren Arzt, ob eine Unloader-Orthese für Sie in Frage kommen könnte.