Chronische Knieschmerzen: Ist es das Alter oder Arthrose?

January 01, 2019



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Chronisch ... das ist kein Wort, das man oft im Zusammenhang mit etwas Positivem hört, wie etwa „chronische Freude". Dieser Begriff steht leider typischerweise im Zusammenhang mit Schmerzen. Manche Menschen geben sich einfach damit zufrieden, dass Älterwerden mit dem Abbau von körperlichen Fähigkeiten und der Zunahme von Schmerzen und Gebrechen einhergeht. Das ist aber nicht unbedingt der Grund. Hier liegt ein komplexes Problem zugrunde, bei dem der Alterungsprozess sowie eine chronische, fortschreitende Erkrankung eine Rolle spielen, die als Gonarthrose bekannt ist.

 

Möglicherweise gehören Sie zu den Millionen Menschen, die heute mit chronischen Knieschmerzen leben. Dann interessieren Sie sich bestimmt für die neuesten Erkenntnisse, damit Sie und Ihr Arzt die beste Vorgehensweise bei der Behandlung Ihrer Gonarthrose für eine Linderung Ihrer Knieschmerzen bestimmen können. 

 

„Nur" ein alterndes Knie ...

Sind Sie 55 Jahre alt und ein glücklicher Stubenhocker mit einem „unglücklichen" Knie? Oder sind Sie 60 Jahre alt und fit, machen dreimal die Woche Yoga, aber Ihr Knie bereitet Ihnen immer wieder Schmerzen? Oder sind Sie Wochenendsportler mit einer alten Verletzung, die einfach nicht heilen will?

 

Unabhängig davon, was genau auf Sie zutrifft, nehmen Ihre Knie immer die Belastung auf, die mit Tausenden von Schritten pro Tag einhergeht. Medizinischen Forschern der Harvard-Universität zufolge entspricht die Gewichtskraft, die beim Gehen in der Ebene auf Ihren Knien lastet, dem 1½-Fachen Ihres Körpergewichts. Für einen Mann mit 100 kg Körpergewicht bedeutet das bei jedem Schritt eine Belastung von 150 kg auf seinen Knien.

 

Manche Menschen betrachten chronische Knieschmerzen vielleicht wie eine mathematische Gleichung: Je mehr Jahre an Belastung, desto stärkere Abnutzung der kleinen, wie geschmiert funktionierenden Knie, mit denen wir geboren wurden. Es liegt tatsächlich in der Natur des Knorpels – des Gewebes, das unsere Gelenke mit einer Schicht überzieht –, dass er sich im Laufe der Zeit abnutzt. Je weniger von dieser Schutzschicht an den Knochenenden übrig ist, desto anstrengender wird das Bewegen des Knies – anstrengend und schmerzhaft. Aber vielleicht ist es auch gar nicht so einfach.

 

Manchmal können chronische Knieschmerzen viel mehr sein als „nur" das Ergebnis einer übermäßigen Beanspruchung oder das unvermeidliche Nebenprodukt des Alterungsprozesses – es könnte tatsächlich ein Hinweis auf Arthrose sein, der häufigsten Form von Arthritis bei älteren Erwachsenen und eine Hauptursache für körperliche Einschränkungen.

 

In der Tat wird der Alterungsprozess als Hauptrisikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose angesehen. Arthrose muss jedoch nicht unbedingt unvermeidlich zum Alterungsprozess dazugehören. Eine kürzlich durchgeführte Studie mit 340 Teilnehmern zeigte, dass strukturelle Veränderungen des Knies häufig vorliegen, die betroffenen Personen aber nicht unbedingt Schmerzen empfinden oder sonstige Arthrose-Risikofaktoren aufweisen.

 

... oder ist es etwa Arthrose?

Zum Bild einer Arthrose gehört eine deutliche Abtragung wesentlicher Mengen an Knorpelmasse, wodurch es im Gelenk zu einem direkten Reiben von Knochen auf Knochen kommt, was recht schmerzhaft sein kann. Auch erbliche Faktoren spielen bei manchen Personen, die Arthroseschmerzen entwickeln, eine Rolle. Zudem ist inzwischen bekannt, dass auch Entzündungs- und Stoffwechselprozesse ihren Teil zur Entstehung einer Arthrose beitragen können.

 

Gonarthrose, auch bekannt unter der Diagnose „Knorpelverschleiß", ist eine fortschreitende Erkrankung, d. h. sie verschlimmert sich im Laufe der Zeit. Die Häufigkeit ihres Auftretens ist im Laufe der letzten Jahre dramatisch angestiegen. Eine Studie hat nun herausgefunden, dass sich die Zahl der Fälle seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdoppelt hat.

 

Leiden Sie unter Schmerzen, Schwellungen und knirschenden Geräuschen im Knie, könnte hier eine Arthrose vorliegen. Die Diagnose dieser Erkrankung wird typischerweise anhand einer Beurteilung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung gestellt. In einigen Fällen kann der Arzt Bildgebungsverfahren wie Röntgen-oder CT-Aufnahmen anordnen, um andere Arten von Arthritis auszuschließen.

 

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten – Vor- und Nachteile

Leider gibt es kein wirkliches Heilmittel, das ein Fortschreiten der Arthroseschmerzen bzw. der Kniegelenkarthrose beenden könnte. Eine mögliche Behandlung bei schwerer, fortgeschrittener Gonarthrose ist die Endoprothese (Totalendoprothese, TEP). Dabei handelt es sich um ein hochinvasives chirurgisches Verfahren, bei dem das beschädigte Gelenk durch die Implantation von künstlichem Material ersetzt wird. Endoprothetische Eingriffe gehen jedoch mit einem relativ hohen Risiko für Blutgerinnsel, Infektionen, Schmerzen und narkosebedingten Komplikationen einher. Noch schwerer wiegt, dass auch der Gelenkersatz dem Verschleiß unterworfen sein kann, wodurch mit zunehmendem Alter Nachoperationen und weitere Gelenkersatzeingriffe erforderlich werden. Daher versuchen die meisten Menschen, ihre erste Knieprothese so lange wie möglich hinauszuzögern.

 

Im früheren Stadium, etwa bei leichter bis mittelschwerer Gonarthrose, werden zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten für Knieschmerzen und Kniearthrose empfohlen. Dazu gehören auch rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Gewichtsreduktion, Steigerung der körperlichen Aktivität und der Einsatz von Orthesen.

 

Viele Menschen möchten Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen, weil sie Bedenken hinsichtlich möglicher Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben, die sie einnehmen, oder der Auswirkungen auf ihre inneren Organe oder sogar des Risikos, möglicherweise eine Abhängigkeit oder Sucht zu entwickeln. Im Übrigen ist das Reduzieren des Körpergewichts zwar ein hehres Ziel, allerdings ist es nicht leicht zu erreichen und noch schwerer aufrechtzuerhalten.

 

Im Hinblick auf die Steigerung der körperlichen Aktivität steht oftmals die Tatsache im Weg, dass ironischerweise gerade der chronische Gonarthroseschmerz die Patienten davon abhält, körperlich aktiver zu werden. Leider ist die Vermeidung oder Verringerung der körperlichen Aktivität für Menschen mit Gonarthrose eine fatale Lösung. Laut David Felson, Arzt, Master of Public Health und Gonarthrose-Experte an der Universität Boston, führt mangelnde körperliche Aktivität zu Gelenkschmerzen und Abnahme der Kräfte, da die umgebenden Muskeln nicht mehr ausreichend Stabilität und Unterstützung bieten können. „Für unsere Gelenke ist es nicht förderlich, wenn sie die meiste Zeit nicht benutzt werden", so seine Erkenntnisse.

 

Was ist die Lösung? Ärzten zufolge kann ein Mehr an Aktivität nicht etwa zur Steigerung körperlicher Schmerzen führen, sondern vielmehr zu einer Verringerung ... eine Spezialorthese kann zum Schutz und zur Unterstützung Ihres Kniegelenks einen enormen Beitrag leisten.

Optimale Orthesen bei Arthrose

Unabhängig von der offiziellen Diagnose einer Gonarthrose empfehlen medizinische Experten Knieorthesen als wichtigen Bestandteil der Behandlung von Schmerzen im Knie. Eine Art von Knieorthesen, die bereits ausführlich untersucht wurde, sind die sogenannten „Entlastungsorthesen", die entwickelt wurden, um die funktionelle Mobilität zu verbessern und gleichzeitig Kniearthroseschmerzen zu lindern. Eine Entlastungsorthese kann im Falle einer Arthrose in der Tat die beste Orthesenlösung sein, da sie zur Schmerzreduktion beiträgt, indem sie das Körpergewicht vom am meisten beschädigten Teil des Knies weg verlagert – im Extremfall kann dies eine Reibung von Knochen auf Knochen sein. Eine Studie aus dem Jahr 2009 empfiehlt die umfassende Verwendung von Verlagerungs- bzw. Entlastungsorthesen, bevor eine Gelenkneuausrichtung oder eine Gelenkersatzoperation in Betracht gezogen wird. Eine Studie aus dem Jahr 2017, die in Großbritannien durchgeführt wurde, ergab, dass der Eingriff bei Patienten, die mehr als zwei Jahre lang eine Entlastungsorthese trugen, hinausgezögert oder sogar vermieden werden konnte.


Insbesondere wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Unloader One-Orthese von Össur die Mobilität von Arthrosepatienten verbessert und ihnen hilft, ihr Aktivitätsniveau zu verbessern oder zu halten. Darüber hinaus konnten viele Menschen, die die Unloader One-Orthese nutzten, die Menge an eingenommenen Schmerzmitteln reduzieren. Die Unloader One-Orthese ist leicht und diskret und verfügt wie die Unloader One Lite, die Unloader One Version für leichte bis moderate Kniearthrose, über ein Einstellrad, mit dem die Patienten die Entlastung nach Bedarf und Aktivitätslevel anpassen können.

 

Angesichts der Tatsache, dass das Alter der Weltbevölkerung in fast allen Ländern der entwickelten Welt ansteigt, ist damit zu rechnen, dass immer mehr Menschen unter chronischen Gelenk- und Knieschmerzen leiden werden.  In den USA leiden bereits heute mehr als 9 Millionen Amerikaner im Alter von über 45 Jahren an Gonarthroseschmerzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Erkrankung zu verstehen, damit Sie selbst für sich die am besten geeignete Arthroseschiene finden können. Eine Entlastungsknieorthese, wie die Unloader One von Össur, bietet eine nicht chirurgische, nicht invasive Alternative für die zahlreichen Patienten, die nicht nur Schmerzlinderung, sondern auch eine Rückkehr zu ihrem bisherigen, aktiven Lebensstil wünschen. Älterwerden muss nicht automatisch auch körperliche Einschränkung bedeuten; es ist lediglich die Gelegenheit, nach den besten Lösungen zu suchen, die Ihnen dabei helfen, mobil und gesund zu bleiben.

 

Weitere Informationen über die Unloader One-Knieorthese erhalten Sie unter //www.ossur.de/unloader/arthrose-orthesen