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Wie wichtig ist die Rehabilitation?

Die Rehabilitation bildet einen wichtigen Baustein auf Ihrem Weg zurück in den Alltag. Die körperlichen und psychischen Herausforderungen nach einer Amputation sind groß. Umso wichtiger ist es, dass Sie im Krankenhaus und später in ausgewiesenen Rehabilitationszentren durch ein multi-professionelles Team bestmöglich betreut werden.

Bereits im Krankenhaus wird der Grundstein für eine erfolgreiche Rehabilitation gelegt. Der Fokus liegt zunächst darauf, den Wundheilungsprozess zu verbessern, Schmerzen zu verringern und mit der Mobilisierung zu beginnen.

Wundheilung

Da alle weiterführenden Versorgungen erst erfolgen können, wenn die Wunde nach dem Eingriff abgeheilt ist, hat dieser Schritt erste Priorität. Im Anschluss an die Operation wird Ihr Stumpf mit einem Verband oder mit einem Gips versorgt. Eine Drainage sorgt dafür, dass Wundflüssigkeit und Blut entweichen können. Sie wird jedoch noch während des Abheilungsprozesses wieder entfernt. In der Regel hat sich die Amputationswunde nach den ersten vier Wochen verschlossen und eine saubere Narbe gebildet. Bis die Verheilung komplett abgeschlossen ist, vergeht allerdings häufig mehr als ein Jahr.

In dieser Zeit muss der Stumpf intensiv gepflegt werden. Cremen und eine sorgfältige Kompressionstherapie fördern für eine erfolgreiche Genesung des Gewebes und ermöglichen letztlich das Tragen einer Prothese – und somit die Möglichkeit wieder mobil zu sein.

Warum ist die Stumpfpflege so wichtig?

Unmittelbar nach der Operation ist der Stumpf großflächig angeschwollen. Das ist eine normale Reaktion auf den schweren operativen Eingriff. Binnen einer Woche sollte die Schwellung dann deutlich zurückgegangen sein. Zeitnah nach der Amputation kann und sollte mit der Stumpfkompression begonnen werden. Durch elastische Binden, Kompressionsstrümpfe, Silikonliner oder andere Hilfsmittel wird großflächig Druck auf den Stumpf ausgeübt, um die Schwellung zu reduzieren und die Stumpfform auf das Tragen einer Prothese vorzubereiten.

Ihr multiprofessionelles Behandlungsteam wird in enger Zusammenarbeit einen individuellen Behandlungsplan für Sie aufstellen. Die Auswahl der Kompressionshilfsmittel hängt stark vom Zustand der Wunde, der Amputationshöhe und auch von den individuellen Erfahrungswerten der behandelnden Personen ab.

Mobilität ist Lebensqualität

Warum ist eine schnelle Mobilisierung essentiell für den Erfolg der Rehabliation? Nach der Amputation eines Teils des Beines muss das Gehen und selbst das Stehen neu gelernt werden. Die Stärkung der Rumpf-, Bein- und Armmuskulatur ist der erste Schritt zurück zu einer neuen Mobilität. Auch empfehlenswert ist die Stärkung der Gelenke in unmittelbarer Nähe zur Amputationsstelle. Ihre Physiotherapeuten werden Ihnen geeignete Übungen zeigen. Wichtig ist die richtige Ausführung unter Anleitung. Scheuen Sie sich nicht nach Unterstützung zu fragen. Die Übungen können sitzend, stehend und auch liegend durchgeführt werden. Sie verhindern das Steifwerden der Gelenke und der Muskulatur. Parallel können Sie die Ausführung von Bewegungen trainieren, die durch die Amputation zunächst ungewohnt sein werden.

Zu diesem Zeitpunkt startet die eigentliche Mobilisierung. Es wird Ihnen zunächst schwer fallen, sich komplett selbstständig aufzurichten und in den Rollstuhl oder gar in den Stand zu kommen. Unter Anleitung Ihres Physiotherapeuten und mit ein wenig Übung werden Sie allerdings schnell Fortschritte verzeichnen können. Im Stand werden Sie zunächst mit Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen haben, die sich aber ebenfalls durch entsprechendes Training schnell bewältigen lassen. Weitere Unterstützung bieten Hilfsmittel wie Geh-und Aufziehhilfen.