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Amputierte heute

Lebenseinschnitt

Eine Amputation ist eine der gravierendsten Veränderungen, die ein Mensch erleben kann. Jeder Betroffene reagiert darauf anders. Verschiedene Lebenssituationen, verschiedene Temperamente, verschiedene Amputationen und die damit verbundenen Veränderungen, all dies ist der Grund, warum Ihr Weg, mit dieser Erfahrung fertig zu werden, immer individuell und einzigartig sein wird. Unabhängig von allen anderen Bedingungen ist das Maß an Unterstützung, dass sie erfahren, ausschlaggebend für Ihren Weg der Bewältigung.

Sie sind nicht allein!

Es gibt mehr Betroffene als Sie denken. Bisher haben Sie andere Amputierte wahrscheinlich nicht wahrgenommen. Sie sehen aus und sie verhalten sich wie jeder andere vollständig gesunde Mensch und lassen sich durch ihre Amputation nicht von dem abhalten, was sie tun möchten. Der Grund hierfür ist, dass die Betroffenen sich irgendwann mit ihrem neuen Leben arrangiert und ausgesöhnt haben. Hierfür war es notwendig, alte und gewohnte (Denk-)Pfade zu verlassen, den bisherigen Sinn ihres Lebens zu überdenken, eventuell zu verändern und ihr Selbstbild den Gegebenheiten anzupassen. Vielleicht machen die Betroffenen, die Sie kennen lernen,  Dinge anders als Menschen ohne Amputation. Aber Sie werden sehen – sie lassen sich nicht davon abhalten, es überhaupt zu tun!

Die Gründe für eine Amputation sind vielseitig: einige Amputierte wurden schon mit fehlenden oder deformierten Gliedmaßen geboren, andere wurden auf Grund einer schweren Krankheit amputiert und ein geringer Teil hat Gliedmaße durch einen Unfall verloren.

Eine Amputation ist immer eine Krise. Im Chinesischen steht das Zeichen für “Krise” gleichzeitig für Gefahr und Chance. Eine Krise kann transformierend auf Ihre Persönlichkeit wirken. Sie kann eine Verschlechterung der Lebensumstände bedeuten, kann aber auch Kräfte mobilisieren, von denen Sie nicht einmal ahnten, dass Sie sie besitzen.

Obwohl Sie sich am Anfang sicherlich sehr alleine fühlten, werden Sie mit der Zeit erkennen, dass Sie nun Teil einer starken Gemeinschaft sind. Sicher, Sie hatten nie vor, dieser Gemeinschaft beizutreten - dennoch kann sie Ihnen viel Unterstützung und Hilfe bieten. In dieser Gemeinschaft befinden sich die unterschiedlichsten Menschen aus allen sozialen Schichten und mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten, die alle ähnliche Erfahrungen wie Sie selbst gemacht haben und Sie verstehen können.

Vergessen Sie nie: obwohl sich viele Dinge in Ihrem Leben geändert haben, sind Sie immer noch die gleiche wertvolle Person, die Sie auch vor der Amputation gewesen sind. Mehr noch – Sie haben ein einschneidendes Erlebnis gehabt und gelernt, damit umzugehen. Damit sind Sie jetzt um Erfahrungen reicher, die sich die Meisten von den Nicht-Betroffenen nicht einmal vorstellen können. Auch, wenn Sie auf diese Erfahrungen gerne verzichtet hätten.

Schon damit, dass Sie diesen Text lesen, haben Sie einen großen Schritt hin zu Ihrer vollständigen Genesung getan. Sie können es uns glauben, es gibt Tausende von Menschen überall auf der Welt, die Ihre Gefühle teilen und Sie nur zu gut verstehen können. Und die Ihnen gerne helfen wollen.

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Trauen Sie sich

Fragen zu stellen! Eine sehr wichtige Empfehlung ist: fragen, fragen, fragen Sie. Fragen Sie immer, wenn Ihnen etwas unklar ist oder Sie es nicht verstanden haben. Es gibt keine dummen oder überflüssigen Fragen, keine Sorge. Wir haben bei uns einen Experten, der sich Ihren Fragen und Problemen annimmt. Auf unserer Link-Seite finden Sie Hinweise auf Seiten für Amputierte. Hier können Sie über die anfängliche Trauer und Depression lesen, aber auch über Menschen, die es geschafft haben, ihr Leben weiterhin in einen Erfolg zu verwandeln. Vielleicht kann das ein Anreiz für Ihr eigenes Leben und Ihre eigene zukünftige Erfolgsstory sein? In unserem Glossar finden Sie die gebräuchlichsten Fachbegriffe der Prothetik und ihre Bedeutungen.

Referenzverweise:
National Mental Health Association: What is depression
The journey through adulthood: Bee, helen (1996)
Therapy for amputees: Engstrom, B, Van de Ven, C (1999)